Samstag, 01. Februar 2003

Unendlich Arbeit

1.Februar
Der Winter ist noch mal zurückgekommen. Nach plus 10 Grad vorgestern sind es jetzt minus 12, Schnee, Sturm. Wir haben eine Liste aufgestellt, was wir alles dringend brauchen: 4x Spachtelcreme für den letzten Rest Wohnzimmer, wenigstens vier Packungen Schmucksteine für die letzte Wand im Wohnzimmer und den Flur oben zwischen Gästezimmer und Bines Zimmer, Holz fürs Gästezimmer – das muss langsam fertig werden. Dann dringend einen zweiten Fernseher für unten, eine Weidehütte für die Hengste, Farbe für den Schweinestall, vielleicht zwei Fahrräder, das Tipi, die Couch würde ich auch so gern kaufen… Aber erst mal muss der Carport…

Dienstag, 07. Januar 2003

Eiszeit

Nach –22,3° in der letzten Nacht kann man über den Morgen nicht meckern: Strahlender Sonnenschein und glitzernder Pulverschnee. Winterparadies Broock!
Die Hühner setzen kein Bein aus dem Stall. Dafür steigen Andreas und Sabine auf die Ski. 

Freitag, 03. Januar 2003

Kein Paddelwetter

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Es gab Jahre, da haben wir im Januar die Paddelsaison eröffnet.

Mittwoch, 01. Januar 2003

Nasser Neujahrsspaziergang

2. Januar 2003
Kerstin, Nichte Diana, Schäferhund Panda und Golden Wheeler brechen zum Neujahrsspaziergang an der Tollense auf. Vor Silvester die drei Tage über 0 Grad haben sie zum Teil freigetaut. Wheeler, der Badehund, bricht in der Mitte des Flusses, einen Meter vor dem Wasser ein. Das Eis bricht nach allen Seiten. Er wird langsamer. Kein Ast in Sicht, Kerstin völlig aufgelöst: Mit Wheeler haben wir schon so viel durch! Er ist wie ein drittes Kind. In seine panischen Augen zu sehen, ist schrecklich. Panda springt plötzlich hinterher, Hilfe, nicht der auch noch! Aber er schafft es sofort wieder raus. Kerstin robbend zu Wheeler, bekommt ihn im Genick rausgezogen, Panda springt wie wild um beide. Muss die Gefahr erkannt haben, bellt. Oh Gott, bloß jetzt nicht noch alle einbrechen.
Wheeler wälzt sich am Ufer im Schnee. Hat er nichts gemerkt, der Blödmann? Kerstin pitschnass. Zurück am Graben säuft Panda aus dem Wasserloch, aus dem Andreas Wasser für die Stuten schöpft. Wheeler bellt wie verrückt, geht nicht aufs Eis. Hat wohl doch was gelernt.

Mittwoch, 04. Dezember 2002

Frost kommt

Am ersten Arbeitstag von Kerstin kommen der Frost und die seit Wochen versprochenen Erlen. Rund 20 von 350 kann Andreas vor dem Dunkelwerden noch neben den Graben an der Isi-Weide pflanzen. Drei Wochen Frost werden folgen.

Donnerstag, 28. November 2002

Enten schlachten

Thomas Meier aus Tellin ist immer da, wenn man Hilfe braucht. Er kommt mit seiner WM 66: Andreas hilft ihm beim Schlachten der fünf Moularden, Kerstin verzieht sich derweil lieber zur Gartenarbeit.

Dienstag, 05. November 2002

Knallgelb

Für Hausfarbe knallgelb entschieden. Das deutsche Dorferneuerungsgesetz erlaubte uns alles, nur nicht weiß.

Montag, 14. Oktober 2002

Ein Schwein namens Doktor

Eigentlich war es ein Missverständnis: Kerstin wollte einen knuffigen Glücksbringer, Andreas ein Schwein zum Aufessen. Nachbar bringt uns den “Doktor”. Auch wenn man versucht, keinerlei Gefühle gegenüber so einem Tier zuzulassen - bei dem geht das nicht.

Sonntag, 13. Oktober 2002

Pferdefangen

Anruf Andreas: “Hast du schon mal Isis in freier Wildbahn gesehen? Sieht geil aus. Mist nur, dass es unsere sind!”
Er wollte nur den Wasserwagen mit Traktor zur Tollense fahren, als Kvika (die Chefin), Rautkja (zweite Chefin) und die zwei kleinen Schecken mit durch die Lücke schlüpften.
Keine Chance mit Fahrrad. Wieder ist Diethard unsere letzte Rettung, er kommt mit seinem Geländewagen.

Montag, 05. August 2002

Treckerfahrn…

Sabine mäht Nachbars Koppel mit dem Traktor. Andere Fünfzehnjährige fangen mit dem Mopedfahren an!
Sie fährt erstmals zu den Deutschen Triathlon-Meisterschaften ins Saarland. Andreas, der sie seit 1997 trainiert, ist vier Tage mit ihr los. Heißt für Kerstin: Um halb sechs mit Susanne aufstehen, Tiere füttern, spätestens um 8.10 Uhr 40 km zur Arbeit fahren. Irgendwann abends gegen zehn, elf, Enten, Hühner, Schafe einsperren. Sabine lässt sich übrigens erst im Zielspurt schlagen. Schwimmtraining in der kalten Tollense war also erfolgreich.
Zwiebelernte hervorragend. Kartoffelkäferplage.

Sonntag, 28. Juli 2002

Verregneter Hochzeitsflug

Andreas ist nur noch mit den Bienen zugange, die am Stadtrand von Neubrandenburg stehen. Schleudert, siebt. Königinnen-Zucht gelungen, müssen dringend zum Hochzeitsflug, aber es regnet ohne Ende. Chance nur am allerletzt möglichen Tag.

Freitag, 19. Juli 2002

Kampfhahn in Sicherheit

Stutenkoppel erweitert. Andreas holt Kuchen und Cappucchino, wir liegen auf der Koppel und genießen die Ruhe der Herde, die sich zunehmend erholt.
Mittags ungewöhnliches Gackern vom Hühnerhof. Erst als Kerstin hinrennt, lässt ein Milan von einem braunen Huhn ab. Unser Kampfhahn hatte sich derweil im Hühnerstall in Sicherheit gebracht.

Samstag, 13. Juli 2002

Schafjagd

Schaf- Jagd zu dritt mit Sabine bis kurz vor Mitternacht. Die wollen partout nicht dorthin, wo das frische Futter steht. Andreas ist stinksauer, er muss eigentlich noch mindestens zwei Stunden am Computer arbeiten. Wir stürzen uns zu zweit auf je ein Schaf und tragen es rüber auf die andere Gartenseite. Blöken wie verrückt. Gott sei Dank wohnen wir so abgelegen und uns hört so spät keiner. Dachten wir.

Sonntag, 09. Juni 2002

Hofleben

Panda ist ein richtiger Schäferhund geworden, kommt zu Kräften. Stress zwischen ihm und unserem vierjährigen Golden Retriever-Rüden Wheeler. Ein Bekannter gibt uns vier Vorpommersche Landschafe ab - bald können sich die Hühner auf ihrem Hof wieder sehen. Unkraut und Erdbeer-Pflück-Einsätze bis in die Nacht.
Opa Dieter hat es nicht mehr geschafft zu uns. Dabei hatte er sich entschlossen, die vierte Chemotherapie durchzustehen. Er stirbt im Krankenhaus in Kerstins Armen. Und wir hatten doch noch so viel zu bereden.

Mittwoch, 29. Mai 2002

Rodeo bei 34 Grad

Fünf Stunden Rodeo bei 34 Grad. Diethard ändert seine Meinung über „Ponys“. Der Tenzerower züchtet und reitet sonst eigentlich Großpferde ein. Stutzig wurde er, als ihn die Pferdeverkäuferin fragte, ob er ein Lasso brauche…
Wie wir zu der Isländer-Herde kamen, ist filmreif. Nur so viel: Die Besitzer waren aus dem Saarland in den Osten gekommen und offensichtlich komplett überfordert. Ursprünglich wollten wir bei denen nur zwei Fohlen kaufen und das erst, wenn wir im Haus einigermaßen klar sehen, die Weiden fertig sind. Der Anruf des Amtstierarztes kam im Mai: Holen sie die Herde ganz schnell ab.
Eine Stute stirbt am nächsten Tag, obwohl unser Tierarzt kämpft. Sie war die einzige, die mit Andreas und Diethard freiwillig auf den Hänger gegangen war. Sie muss seit längerem fürchterliche innere Verletzungen gehabt haben. Doch der Vorbesitzer will keine Auskunft dazu geben. Die anderen stehen zottelig und verängstigt und fressen und fressen und saufen: sieben Stuten, ein Fohlen und drei Hengste. Keiner von ihnen hatte zuvor je ein Halfter gesehen. Die einjährige Perla stand in “Einzelhaft”, ihr Futtertrog vollgeäppelt, kein Wasser. Sie lässt auf 20 Meter niemanden an sich ran.

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